In Erinnerung an Groß Britannien nehmen wir noch ein "British Breakfast" ein, weiße Bohnen, Würstchen... deftig, deftig... mir sagt das ja nicht so zu, aber dafür ist der Café spanisch: heiß und schön stark!
So verlassen wir an jenem Morgen La Línea de la Concepción,. Der Fels hüllt sich in Nebel, die Luft ist feucht und das Thermometer zeigt angenehme 25 Grad anzeigt.
Vorbei an Marbella und Malaga fahren wir die 4-spurige Küstenstraße. Es ist Freitag, dichter, zähfließender Verkehr und kleine Staus machen die Fahrt nicht gerade angenehm. Bei Torre del Mar fahren wir direkt an der Küste entlang. Küstenort an Küstenort, die Ortsnamen sind verschieden, Caleta de Velez, Algarrobo-Costa, Mezquitilla, El Morche, Torrox-Costa, aber alle fließen ineinander und man merkt gar nicht wo der eine anfängt und der andere aufhört, Hotelburgen, Appartementhäuser ... das alles ist die Costa del Sol. Touristenschwärme und jene Nordeuropäer, die Immobilieneigentum besitzen, kreuzen den Weg zum oder vom Strand über Fußgängerampeln, über die Fußgängerstreifen oder einfach mittendrin. Für uns heißt das: anfahren, stoppen, anfahren, stoppen bis wir endlich Nerja und unser Hotel erreicht haben.
Wir sind froh, unsere Unterkünfte auf Anhieb zu finden. Bis jetzt hat das immer sehr gut geklappt, nicht zu Letzt dank des Spürsinns meines Mannes. Außerdem sind wir nach all den Jahren erfahren und geübt. Meine Motorrad App ignorieren wir grundsätzlich, denn die führt uns immer in die Irre und woanders hin.
Zu gerne würden wir auch mal wieder in privaten Unterkünften oder Ferienwohnungen nächtigen, aber hier in Spanien sind sie teils doppelt so teuer, wir genießen aber auch die Vorzüge eines Hotels.
Nerja hat ca. 22.000 Einwohner und wahrscheinlich ein Vieles mehr an jährlichen Sommer -Touristen, Winterflüchtlingen aus dem Norden des Kontinents und dauerhaft dort lebende Ausländer.
Nicht zu Letzt soll Nerja einer der schönsten Orte an der Costa del Sol sein.
Sie liegt auf einem Felsen, bietet Steilküste, kleine Buchten und lange Sandstrände. In der Altstadt mit den typisch weiß gekalkten Häusern, kleinen Geschäften, Bars und Restaurant kann man shoppen, essen oder einfach nur auf einer Bank sitzen und dem Treiben zuschauen. Kein Wunder, dass es Menschen verschiedener Nationen hierher zieht. Ein außerordentlicher Anziehungspunkt ist der "Balcón de Europa". Von hier aus hat man einen fantastischen Blick weit übers Mittelmeer und kann hinab auf die Bucht Calahonda schauen.
Unser Hotel ist bezahlbar und liegt tatsächlich weniger als 200 m vom Strand entfernt und von unserem kleinen Balkon aus kann man sogar drauf blicken. Schnell die Badesachen an und ab ins Meer. Wow! Sauber, glasklar und erfrischend!
Auf die Tropfsteinhöhlen von Nerja und den Wasserfall, die eine weitere Attraktion der Gegend sind, verzichten wir.
Die Gegend rund um unsere Herberge scheint voll in englischer Hand zu sein, Restaurants, wo es "Fish and Chips" gibt und Pubs, wo man ein "Pint" Bier bestellt. Dem Klischee des saufenden und grölenden Engländers machen einige Touristen bis weit in die Nacht alle Ehre, an Schlaf ist kaum zu denken und ich bekomme leider einen kleinen Hass auf sie.
Bevor es wieder auf die Straße geht, gibt es wieder so ein "English breakfast".
Es war schön in Nerja, aber der eine Tag mit der Abkühlung im Meer hat ausgereicht. Mehr Costa del Sol braucht es für uns nicht und wir freuen uns jetzt auf einen schönen Fahrtag in die und entlang der Sierra Nevada.
Bevor wir Richtung Norden abbiegen, erwischen wir noch ein malerisches Stück Küstenstraße und werden ein wenig für die gestrige Fahrt entlohnt. Bei Motril biegen wir ab in die N 323 und machen Stopp am Rules Stausee, wo der Fluss Guadalfeo gestaut ist. Von hier aus hat man bereits ein wunderbaren Blick auf die noch Schnee bedeckten Berge der Sierra Nevada.
Die Sierra Nevada ist das höchste Gebirge der Iberischen Halbinsel und erstreckt sich im Süden Spaniens 100 km west - östlicher Richtung. Es gibt sage und schreibe 14 Berge, die die 3000 m knacken, der höchste Gipfel ist der des Mulhacén mit 3479 Metern.
Wir schlängeln uns entlang der N 346/48, die parallel zum Mulhacén und seine Nachbarn verläuft. Das Wetter ist prächtig und wir haben klare Sicht. Uns erwartet ein Augenschmaus nach dem anderen.
Wir biegen noch einmal ab und überqueren in Kurven, Kürvchen und engen Serpentinen den La Ragua Pass auf 2041 m.
Wieder unten angekommen, fahren wir genau auf die sandfarbene Burg Calahorra zu, erst von der Ferne, dann ganz nah, ein letzter Augenschmaus, der das Castillo erhaben auf 1000 m über der Ebene zeigt. Ein Spiel von gelb, okka und braun Tönen in der Spätnachmittag Sonne.
Es ist etwas spät, als wir in Guadix ankommen. Die Kleinstadt liegt vor der Kulisse der hohen Berge der Sierra Nevada und wie könnte unser Hotel anders heißen? Von unserem Zimmer im Hotel Mulhacén kann man genau auf diesen Berg blicken. Aber nicht nur der Ausblick auf den großen Berg macht diese Stadt sehenswert. Der Ort liegt in der Provinz Granada, hat knapp 20.000 Einwohner und ist vor Allem für sein Höhlenviertel bekannt. Es gibt ca. 2000 dieser aus Tuffstein (ähnlich wie in Kappadokien) bestehenden Wohnungen, die teilweise heute noch bewohnt sind. Vom Mirador de la Magdalena kann man gut auf die Häuser blicken.
Für mehr bleibt uns leider nicht die Zeit. Aber das Licht zum frühen Abend ist wunderschön und außer uns befinden sich nur ganz wenige Touristen dort oben.
Der Chef unseres Hotels ist sehr an unseren Reisen interessiert, er spricht ausgezeichnet deutsch, hat er doch in Göttingen studiert. Mit seinen guten Wünschen für unsere Reise, verlassen wir Guadix.
Morgens sind die Temperaturen angenehm kühl. Wir machen uns auf den Weg nach Kastillien - La Mancha.
La Mancha, eine Hochebene, die weit und trocken ist, und die Heimat von Don Quijote






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