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On the road again! Danke Mihajlo!


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Es gibt wahrlich schlimmere Orte, wo man stranden kann! 

Die Universitätsstadt Novi Sad (zu deutsch: Neusatz) liegt an der Donau ca. 70 km nordwestlich von Belgrad und hat ca. 300.000 Einwohner. 

Nachdem eine wundersame Fügung uns in die Werkstatt von Mihajlo und seinem Vater getrieben hat, fühlen wir uns jetzt etwas positiver gestimmt. Zumindest scheint der Fehler gefunden zu sein! Es soll der Stator sein. Das ist zumindest das aller Wahrscheinlichste! Was ein Stator ist, kann ich euch nicht sagen. Mein technisches Verständnis - auch wenn mein lieber Mann versucht hat, es mir zu erklären - reicht leider nicht so weit! Irgendwie ein fester Bestandteil der Lichtmaschine, während ein Rotor der bewegliche Teil ist.  Die Technikfreaks unter euch wissen Bescheid, den Laien wird das wahrscheinlich sowieso egal sein. Mir reicht es zu wissen, das die Paula wieder vernünftig anspringt und mich sicher von A nach B bringt! Ich habe ja zum Glück meinen Technikfreak dabei!

So, und woher bekommen wir jetzt so einen Stator? Also ist nicht unser Organisationstalent gefordert sondern Mihajlos. Er hängt sich dran und checkt den Markt. Einen neuen Stator für das Modell zu besorgen ist schier unmöglich! Auch bei Gebrauchten wird es äußerst schwierig, zumindest ist ein zeitnaher Versand ebenfalls unmöglich! Als wir schon fast den Kopf in den Sand stecken und aufgeben wollen, bekommen wir von unserem Engel die Nachricht, dass er jemanden gefunden hat, der meinen alten Stator aufbereitet. Das wäre etwas aufwendig und koste nicht nur Zeit sondern auch Bares. Und wie das hier so ist - das kennen wir ja schon - wenn es dringend sein soll, kostet es eben noch etwas mehr!

Was bleibt uns also übrig? Aufgeben gilt nicht. Also willigen wir ein. Leider haben wir das Pech, dass Wochenende ist und vermutlich dauert die ganze Schose bis Mitte der Woche, vielleicht und mit etwas Glück (und extra Bakschisch) etwas früher! 

Wir müssen uns eben mal wieder in Geduld üben. Es ist Wochenende, die Sonne scheint, perfekt für einen kleinen Stadtbummel ins "Little Vienna", wie es Mihajlo es beschrieben hat. Wir können vom Stadtrand aus mit dem Bus (für 90 Cent p.P.) ins Zentrum fahren. Und das ist nun unser alltäglicher Weg, der Weg zur Bushaltestelle und mit der Nr. 5 oder 1 ins Center. Vielleicht ist "Little Vienna" ein wenig übertrieben, aber in jedem Fall hätten wir etwas verpasst, wären wir hier nicht gestrandet. Das Sightseeing lässt zudem ein wenig unsere Probleme vergessen. Wir steigen meist am Rande der Altstadt Stari Grad aus, schlendern über den Platz der Freiheit, wo auch das Rathaus steht, entlang der Fußgängerzone mit seinen vielen, gut besuchten Cafés und Restaurants bis hin zur Kirche Maria Namen. Novi Sad hat noch mehr zu bieten: die Festung Petrovaradin aus dem 17./18.Jhrdt, das Donauufer und den Donaupark. Alle öffentlichen Anlagen sind sehr gepflegt und machen einen sauberen Eindruck. Familien sitzen auf Decken, Kinder spielen auf den Parkwiesen!

Wir essen die serbische Küche rauf und runter: Ćevapi, Pljeskavica und Co., dazu passt meist Kajmak, der cremige Dipp, aus Butter und Frischkäse. Zwischendurch mal einen Shopska-Salat, den es nicht nur in Bulgarien gibt. Die Tomaten, Gurken und Zwiebeln beruhigen unser schlechtes Gewissen ob der defitg, fettigen Balkan - Küche und unserer ungesunden Ernährungsweise!

Der Balkanspeck auf meinen Hüften lässt sich leider nicht vermeiden!

Und was soll ich sagen? ...Irgendwann kommt die erlösende Nachricht, der Stator ist neu gewickelt (die, die Ahnung haben, wissen was das heißt) ! Der Stator ist schnell eingebaut, alles wieder zusammen geschraubt und der magische Moment ist da: Paula springt an sogar ohne zu blubben, eine kurze Probefahrt und alles scheint wieder im Lot!

Nach fast 5 Tagen Zwangspause können wir nun unsere Reise fort setzen.

Unendlichen Dank an Mihajlo und seinem Vater. Hvala!

Wer weiß, was mit Paula und uns passiert wäre, hätten wir sie nicht getroffen.

Viele Kilometer liegen nun noch vor uns, um die Fähre in Burgas zu bekommen. Also fahren wir ein Stück Autobahn bis hinter Belgrad. Wir müssen Strecke machen, aber ein langes Stück direkt entlang der Donau lässt uns entspannen. Und wie heißt es so schön? Lass das Vergangene hinter dir und denke nicht an die Zukunft! Genieße den Augenblick! Und genau das tun wir jetzt. Lang geschwungene Kurven, hie und da ein in den Fels gehauener Tunnel, strahlend blauer Himmel, Temperaturen knapp unter 30 Grad und vor Allem kaum Verkehr. Solche Momente möchte man am Liebsten fest halten, in unserem Gedächtnis sind sie gespeichert unter: "Besondere Glücksmomente! " 

Kurz vorm Eisernen Tor verlassen wir die Donau und biegen ab und fahren quer zum Balkangebirge. Auf einmal verdunkelt sich der Himmel und - haben wir heute Morgen noch gesagt, dass wir nicht ins Wetter schauen müssen: es bleibt heiß und trocken? Da geht auch schon ein kräftiger Schauer über uns nieder. Zum Glück ist es nur ein Schauer.  Wir passieren den kleine Grenzübergang Vrashka Chuka und fahren auf der Hauptverkehrsstraße Nr. 1. Hier reiht sich LKW an LKW und wir quälen uns nun im wahrsten Sinne des Wortes,  weiter. Nach ziemlich vielen anstrengenden Kilometern erreichen wir erst spät unser Hotel in Wraza, einem kleinem Städtchen mit ca. 40.000 Einwohner am Flüsschen Lewa, in wunderschöner Lage am Fuße des Balkangebirges, dessen Gipfel von hier unten ganz schön imposant aussehen,  Wraza hat eine mittelalterliche Burg, die Festung Vratsa und ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die Natur. Dafür haben wir momentan keine Zeit, checken in einem Hotel am Rande der Stadt ein, die hier mit ihren alten verfallenen Plattenbauten ziemlich trostlos und schmuddelig wirkt.

Wir essen, schlafen und (das deftige Frühstück bringe ich leider nicht runter) weiter geht´s.

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so viele Kilometer auf einmal gemacht haben, sind wir doch bekannt für unsere Trödelei! Jetzt muss es eben mal schnell gehen und der Tag steht wieder im Zeichen der "Kilometermacherei".

Unser Ziel haben wir vor Augen, steht doch außer der Fähre noch ein kleines Highlight an: Wer uns kennt, weiß, dass wir langjährige Freunde aus der Ukraine haben, mit denen uns eine ganz besondere Beziehung verbindet. Unser ehemaliger Aupair verbringt gerade gemeinsame Tage mit der Familie in Bulgarien in der Nähe von Burgas. Schon lange vorab haben wir ein Treffen geplant und vereinbart. Und das sollte eigentlich ganz entspannt 2 Tage vor Abfahrt statt finden. Wir können uns trotzdem treffen, und dafür beeilen wir uns jetzt umso mehr!

Von Wratza aus nehmen wir Kurs auf Burgas am Schwarzen Meer. Wieder liegen eine Menge Kilometer vor uns. Unsere Navis geben uns den Weg vor. Es geht kreuz und quer mit allerhand Abkürzungen durch bulgarische Dörfer in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.  Wir nehmen nur Sequenzen mit. Nicht nur kaputte Straßen mit unzähligen, teils tiefen  Schlaglöchern, die es zu umfahren gilt, sind es, die uns zum Nachdenken bringen: Straßenhunde und Katzen streunen umher, Müll über Müll auf und neben der Straße, verfallene, teils verwaiste Häuser. Wir wissen nicht, wie hier die Menschen leben. 

Dann fahren wir wieder auf Hauptstraßen immer das Balkangebirge im Blick, dann quer durch, um wieder auf der Haupttrasse Richtung Osten, Richtung Schwarzes Meer, abzubiegen. Wir kämpfen mit Wind und Hitze. Die Temperatur pendelt sich zwischen 34 und 36 Grad ein und ich kann fast spüren wie mein Gesicht im Helm auf die Farbe leuchtend rot wechselt.

Meine Gedanken schweifen zurück: Kann man soviel Glück haben? Vor ein paar Tagen schien es noch so, als wäre unsere Reise in Serbien zu Ende und nun sind wir - auch wenn wir uns beeilen müssen - wieder auf der Spur und werden unseren Zeitplan einhalten können.

Wir haben im Tropic-Ultra-all-inclusive - Family-Hotel haben wir ein Zimmer ergattert und regelrecht einen Schnapper gemacht mit über 100 Euro!  Es ist Hochsaison an der bulgarischen Schwarzmeerküste! Außerdem war es das Einzige, was in der Nähe unserer ukrainischen Familie bekommen konnten.

Die Klimaanlage funktioniert mäßig und das Free WiFi gar nicht. Es ist stickig im Zimmer, dafür haben wir einen Balkon, auf den man sich in vollsonniger Lage ohnehin nicht aufhalten kann. Das ultra-inclusive- Essen schmeckt - naja - wir werden satt! Für die kurze Zeit ist uns das vollkommen egal, dafür ist unser Wiedersehen mit unserer ukrainischen Familie herzlich und sehr emotional!

Kurz war die Zeit mit Freunden und auch wegen der Situation in der Ukraine etwas traurig.

Es ist Freitag und wir brauchen fast 1 1/2 Stunden für die 40 km zum Hafengelände in Burgas. Zu unserem Erstaunen läuft hier alles sehr organisiert. Der Herr von der Fähragentur spricht bestes Deutsch, erklärt uns alles ganz genau. Da es keine feste Abfahrzeit gibt, warten wir nun im Hafengelände auf einen Anruf für das Boarding. Das könnte noch 4 - 6 Stunden dauern!

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Kommentare: 7
  • #1

    Klaus (Freitag, 08 August 2025 19:32)

    Hallelujah

    Ihr habt es geschafft, ich wusste es.
    Und nun viel Spaß auf der Fähre.

    Ich sag ja oft, so Pannen sind manchmal ein Segen, da lernt man Lweute und Hilfsbereitschaft kennen, die man sonst nicht erfahren hätte.

  • #2

    Christian Hammann (Samstag, 09 August 2025 09:50)

    Liebe Freunde, selbst beim lesen bekomme ich eine feuchte Stirn ,Mann oh Mann .Aber der Schutzengel war zur Stelle. Ich habe mir die Versorgung von Ersatzteilen ganz anders vorgestellt. Wie auch immer, Hauptsache Paula läuft und ihr seid auf der Fähre, ganz große Klasse!!. Umarmung Chrischaaan

  • #3

    heidrun (Samstag, 09 August 2025 19:48)

    Das 1. große Abenteuer erfolgreich überstanden ;-)

  • #4

    Martin (Sonntag, 10 August 2025 08:36)

    Na Gott sei Dank ihr habt es geschafft, wünsche euch viel Erfolg!

  • #5

    Sabine (Sonntag, 10 August 2025 08:37)

    Na bitte, es geht weiter! Ihr habt wieder einmal richtig Glück gehabt! Wir drücken euch die Daumen, dass jetzt nichts Unvorhergesehenes mehr passiert! LG Sabine und Rüdiger

  • #6

    Maik und Elke (Sonntag, 10 August 2025 19:47)

    Hallo ihr Zwei, das sind ja gute Nachrichten. Ihr habt aber auch ein Glück. Wir freuen uns das es für euch wieder weiter geht. Wir bleiben dran. Liebe Grüße von Maik und Elke aus Schkeuditz.

  • #7

    Tine (Dienstag, 12 August 2025)

    Hallo ihr zwei, freue mich auch das alles gut gegangen ist ,für euch....

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