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Kem - Shlisselburg


Kischi, Museumsinsel im Onegasee und die vorerst letzten Tage in Russland


Immer diese Wetterkapriolen! Jaja, das Wetter, dass sich echt zum Lieblingsthema entwickelt hat... ;-) !

Bei der Abfahrt in Kem ist der Himmel, wieder wie gewohnt verhangen und es ist wie gewohnt kalt am Morgen und wir ziehen uns wieder dementsprechend an. Man kann sich in der Motorradkluft kaum bewegen... Es ist August und seit Tagen habe ich so Einiges übereinander an: Unterhemd, warme Motorradunterwäsche, 2 Paar Socken, langärmeliges Tshirt, winddichte Sweatjacke, Motorradkombi (winddicht, wasserdicht, haha, wie der Hersteller verspricht) und meine dicken ( auch haha, wasserdichten) Motorradstiefel, dickes Tuch, winddichter Kragen um den Hals und unter dem Helm, dicke, gefütterte Handschuhe... Ich fühle mich wie das Michelinmännchen! Wenn es trocken ist, kann man es aber so gut aushalten, wir bewegen uns ja nicht.

 

Wir fahren Richtung Petrosawodsk. Unser Navi zeigt: Nach 300 km rechts abbiegen. Die nächste Tankstelle nach ca. 120 km... Aber es wird, jippi, mit zunehmenden Kilometer sonniger und wärmer, wir können uns sogar ein paar Teile unserer Zwiebelkleidung entledigen!

Die Straße geht, wie seit über 2000 Kilometern immer geradeaus Über 1000 km hoch nach Murmansk und über 1000 km zurück, sind wir sie gefahren. Die Landschaft ändert sich kaum, mal mehr, mal weniger Wald, viel Gewässer drum herum.

Petrosawodsk, unser nächstes Ziel, ca. 250000 Einwohner und Hauptstadt Kareliens, am Onegasee, erreichen wir am Nachmittag bei Sonnenschein. Trotz der vielen Schlaglöcher in den Straßen und der alten und vergammelten Elektrobusse mit Oberleitungen wirkt diese Stadt bei der Einfahrt schon sympatisch. Wir beziehen unser Hotel und machen, wie üblich einen kleinen Spaziergang. Wir sehen wenig verfallene Häuser, viele Parkanlagen mit Blumenrabatten, das fällt auf!

 Für den nächsten Tag haben wir eine Tour zur bekannten Museumsinsel Kischi im Onegasee gebucht.

Der Onegasee, ist mit ca. 10.000 Km2 zweitgrößter See Europas. Der Bodensee, im Vergleich mit seinen 500 Km2 wirkt dagegen wie eine Pfütze.

Wir wachen auf und was tut es ? Regnen!

Als aber unsere Tour beginnt, oh wie schön, klart es auf. Auf uns wartet ein in den Siebzigern gebautes Tragflächenboot, das uns mit  einer einstündigen Fahrtzeit nach Kischi bringt.

Kischi, unser vorletztes Highlight!

Alles ist durchorganisiert und mit einer russischen Reisegruppe betreten wir diese Insel. Die Sonne strahlt mittlerweile. Es gibt sogar ein Audiosystem in mehreren Sprachen, das ausländische Touristen nutzen können. Nur das verpeilen wir leider...

Wir schließen uns trotzdem unserer Russischen Reisegruppe an und dank englischsprachiger Tafeln an den Gebäuden können wir sogar als ausländische Touristen teil haben und folgen wir der Führung nicht ganz unwissend.

Ein original wieder aufgebautes Dorf mit klassischen Holzhäusern zeigt dem Touristen das typische Leben in Russland zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die Verklärungskirche von 1714. Ein Postkartenmotiv bietet das Ensemble von Verklärungskirche, Glockenturm und Kirche Mariä Fürbitte. Die Vorführung Mönchsgesänge in der Kirche sind so beeindruckend, dass wir ganz ergriffen sind!

So schön, ruhig, gepflegt und sauber ist alles, wir fühlen uns einfach wohl und sogar der Wettergott ist uns Wohl gesonnen! Wir verbringen einen wunderschönen Tag auf Kischi, Balsam und Auftanken für unserer Innerstes!

Kischi also ein unerwartetes Highlight... Daumen hoch!

Unser Tragflächenboot "Kometa 12" bringt uns durch Wind und Wetter f"fliegend" über den See sicher zurück nach Petrosawodsk. Diesmal sitzen wir ja trocken!

Es ist spät und wir haben mächtig Hunger. In der Nähe vom Hotel werden wir fündig: Die "Bierstube Neu Brandenburg" erfüllt spontan unsere Erwartungen...

BIERSTUBE NEU BRANDENBURG... in PETROSAWODSK... Wir essen "Haxe", eigentlich keine Spezialität in Neu Brandenburg! Aber egal, die schmeckt sogar und dazu trinken wir Bier...

Schlafen tun wir gut und am nächsten Morgen fahren wir Richtung St. Petersburg. So wie wir in Karelien bei Regen und Eiseskälte angekommen sind, verlassen wir es bei Sonnenschein und warmen Temperaturen.

Wow, wir können es gar nicht richtig fassen, es ist warm!... Über 20 Grad... Es fühlt sich so gut an, ohne 2 Paar Socken und ohne dick eingepackt zu sein. Wir machen Pause auf der waldigen Strecke. Unsere Campingstühle kommen auch wieder zum Einsatz. Ein kurzes Picknick ist angesagt und es fühlt sich alles so wohlig an. 

Noch eine Übernachtung in "Shlisselburg"... Schlüssleburg, Region Leningrad, am Ladogasee, diesmal dem größten See Europas mit einer Fläche von 17000 km2, den wir aber leider kaum zu Gesicht bekommen, zugewachsen oder zugebaut!

 

Morgen verlassen erst einmal das große RUSSISCHE REICH Richtung Estland. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Heidrun (Sonntag, 18 August 2019 18:01)

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