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Georgien: Georgische Heerstraße, Mitten im Kaukasus!


Georgien, das Land der Kringelschrift und der hohen Berge


So, nun wollen wir Russland verlassen, von Wladikawkas starten wir Richtung Süden. Es gibt nur einen einzigen Grenzübergang zwischen Russland und Georgien. Ein Nadelöhr: Armenier, Aserbeidschaner, Russen, Georgier, Touristen, Weltreisende fahren dort durch. So wollen auch wir dieser Straße folgen, nur nicht ganz bis zum Ende. Vor Tiflis wollen wir abbiegen!... DIE GEORGISCHE HEERSTRASSE, 213 km ist sie lang, beginnend in Wladikawkas in Russland und endend in Tiflis in Georgien. 

 

Respekt vor der Russischen Grenze haben wir seit der Einreise ohnehin! Hoffentlich sind die Georgier entspannter! Man braucht kein Visum und wir haben gelesen, dass sogar Georgien in die EU will und sich Touristen aller Welt öffnet!

Russische Flagge, Grenzposten, wir reihen uns in die Schlange ein, alle PKWs stehen kreuz und quer, Chaos ohne Plan! Man winkt uns, wir fahren vor, ein spanischer PKW hinterher. Absteigen und ab zur Passkontrolle, man schaut üblich grimmig, einzeln vortreten und zwar in der Reihenfolge, wie die Pässe vor gelegt wurden. Natürlich, das machen wir so und lächeln wie üblich! Man bedeutet uns, dass wir nicht mehr einreisen dürfen und zeigt, dass das Russische Visum nun nicht mehr gültig ist. Ok, das verstehen wir, treten einzeln aus dem Häuschen. Nun noch zum Zoll! Welch Wunder, wir müssen einmal kurz die Topcases öffnen und dürfen weiter! Oh... Prima...Das war es schon. Diesmal kurz und schmerzlos, ist ja auch Ausreise.

Wir müssen noch durch etwas "Niemandsland" und auch durch 3 Tunnel, 2 davon unbeleuchtet. Das ist wirklich nicht schön, Gestank, Abgase, warme Luft und Null Sicht. Im Scheinwerferkegel erkennt man Müllberge, die Wohl im Stau stehende LKW-Fahrer hinterlassen haben! Zum Glück sind diese Tunnel nicht sehr lang, aber wir sind heilfroh, wieder draußen zu sein.

Am georgischen Grenzübergang gibt es keine Schlange und so kommen wir gleich zur Passkontrolle. Wir geben alle nötigen Papiere ab, man stutzt ein wenig über Berts alten Führerschein - den Internationalen will wieder keiner sehen!- und weiter zum Zoll... Hier winkt man uns einfach durch. Alles in Allem brauchten wir nicht einmal eine Stunde! Damit hatten wir nicht gerechnet, umso besser, wir freuen uns. 

Die Georgische Flagge weht, Hallo Georgien!... Das Gesamtbild ändert sich, die Straßenschilder sind nicht mehr kyrillisch. Wir sehen eine seltsame Schrift, wir nennen sie "Kringelschrift", darunter gut lesbar lateinische Schrift!

Und jetzt geht es weiter, zunächst durch eine kniffelige, schottrige Baustelle. Wir versinken im Staub der vor uns fahrenden Laster. Zum Glück ist dieses Stück nur kurz.

Wir müssen noch einmal halten, bei der Grenzkontrolle sagte man uns, dass wir für unsere Fahrzeuge eine sogenannte "Compulsory Insurance" brauchen. Wir haben doch die Grüne Versicherungskarte! Egal, das sei neu seit dem 01.03.2018. Ok, wir gehen ins 2 km entfernte Büro und kaufen Eine. Das wird wohl seine Richtigkeit haben, denn mit uns halten alle anderen ausländischen Fahrzeuge. Wir bemerken allerhand andere Biker aus Deutschland, Serbien etc... Die Strecke scheint beliebt zu sein.

Wir setzen unsere Reise bergauf fort. Der Ort Stepanzminda liegt auf 1700 m Höhe, am Fluss Tarek. Von dort soll man den Kazbeg mit seinen 5047m gut sehen können. Er ist der dritthöchste Berg im Großen Kaukasus. Uns verwehrt er leider die Sicht und verhüllt sich in Wolken. Der Ort ist übersät mit Touristen und proppen voll. Wir entscheiden uns nach einem kurzen Stop, schnell weiter zu fahren. Bis auf 2700 m geht es den Pass hoch. Das merken wir gar nicht, die Straße ist super zu fahren trotz des vielen Verkehrs. Aber entlang der Strecke und immer wieder mitten drauf, vorzugsweise auf Brücken liegen, gehen, stehen, liegen... entspannte Kühe, die einen am zügigen Fahren hindern und die selbst der dickste LKW nicht erschüttern kann! Sie verursachen so manch kleinen Stau!

Am Denkmal und Aussichtspunkt "Freundschaft" machen wir Halt. Eine Menge Touristen tummeln sich auch dort und eine Menge Souvenirs werden an unzähligen Ständen angeboten. Paragliding gibt es auch, sogar Pferde kann man mit Führer mieten, Rafting weiter unten am Fluss. Hier ist alles auf Tourismus eingestellt. Wir werden mit einer grandiosen Aussicht und einem Rundumblick nach allen Seiten belohnt.

Unser Hotel liegt in Bibiliani, einem Miniort, etwas weiter tiefer direkt an der Hauptstraße. Deswegen finden wir es auch gleich. Abseits der Straße machen wir einen kleinen Spaziergang an einem Zufluss des Tarek. Tut gut, mal wieder ein paar Schritte zu laufen. Straßenhunde, Schweine, Esel, ein bunter Tiermix, alles läuft kreuz und quer und dazwischen ein paar Häuser. Die Menschen leben mit ihren Tieren!

Wir essen gut. Es gibt eine Art Teigrolle, dick mit Käse gefüllt und s e h r mächtig, der bestellte Kebab passt kaum noch rein. Das Restaurant an der Pension ist total gemütlich.... wenn... da nicht wieder so eine laute Musik, ähnlich des Russenpop, wäre. Beschallung auf höchster Ebene! Die Georgier scheinen das genauso zu lieben. Laut, gaaaanz laut! Wir bitten den Kellner, der Herr der Anlage ist, die Lautstärke etwas runter zu regeln, widerwillig dreht er eine kleine Nuance runter. Also, trotzdem kein Entkommen!

 

Morgen folgen wir noch ein wenig der Heerstraße bevor wir sie kurz vor Tiflis verlassen. Wir haben noch 2 Übernachtungen bis Batumi am Schwarzen Meer!


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