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Wolgograd


Hitze und Geschichte!


Wolgograd, das ehemalige Stalingrad, so ein geschichtsträchtiger Ort! Da wo der 2. Weltkrieg mit am schmerzvollsten war und seine Wendung erreichte. Die Schlacht um Stalingrad, Generaloberst Paulus und die 6. Armee. Wir lesen ein bisschen Wikipedia. Paulus, der nach der Gefangenschaft bis zu seinem Tod in der DDR lebte, das wussten wir nicht.

Nicht im Geringsten können wir uns die schreckliche Szenerie dieser Schlacht und dieses Krieges vorstellen!

Von den Sowjets wurde sie als Heldenstadt bezeichnet  und 1961 im Rahmen der Entstalinisierung in Wolgograd umbenannt. Da wollen wir hin! Von Wikipedia erfahren wir wenig über den Wiederaufbau.

Die neueste, erst kurze Vergangenheit, so war sie auch Austragungsort der Fußball WM mit einem neuen Stadion direkt an der Wolga unterhalb der Mutterheimat-Statue. Wolgograd, eine Millionenstadt!

Zunächst verlassen wir Kamychin und kommen erstaunlicher Weise mit relativ wenig Verkehr gut voran. Wir erreichen Wolgograd um die Mittagszeit und für eine Großstadt ist recht wenig los. Was haben wir doch mit großen Staus gerechnet! Aber wie sollte es anders sein, es wäre doch zu schön gewesen, wenn wir gleich alles unkompliziert erreichen würden!...Wir wurschteln uns durch, unsere Navis zeigen an... von der großen Hauptstraße abbiegen und dann gleich sollen wir am Hotel sein... Wir fahren fußwegartige Minigässchen kreuz und quer, rechts und links, auch Lieferverkehr bremst uns aus, wir kommen millimetermäßig durch. Die Navis zeigen an: "Ziel erreicht!" Und dann stellen wir uns eine schon oft gestellte Frage: "Hier soll unser Hotel sein?" Wir stehen an einem Plattenbau. " Ja, Plattenbau ist richtig!". Aber wir sehen weder ein Hinweis noch einen Straßennamen, keine Hausnummer. Das hatten wir doch schon einmal! Aber es gibt auch keinen Eingang!...

Es vergeht einige Zeit, bis wir merken, dass wir auf der Rückseite des Hotels stehen. Dann nochmal anfahren und rechts und links und wir stehen an richtiger Stelle, vordere Seite! Sogar beschildert, wie es sich gehört! Hotel Kashtan, das untere Stockwerk im Plattenbau als Hotel umfunktioniert! Außen sieht es nicht so gut aus, aber innen ist alles prima samt Personal!

Nach üblicher Dusche gehen wir gleich runter an die Wolga, am Bahnhof machen wir Halt, erbaut 1951 im typischen Sowjetstil. Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen, Großstadt im Plattenbaustil, das Meiste ziemlich runter!

Die Wolga ist hier schon richtig mächtig und dick, die Wolgaschifffahrt floriert, es ist viel los auf dem Fluss, ein Flusskreuzfahrtschiff legt auch an.

Am nächsten Morgen wollen wir zur bekannten Mutterheimat - Statue, auch "Das Mutterland ruft" - Statue genannt. Zunächst gehen wir an einer großen Leninstatue vorbei, erreichen dann nach einem ewig langen Fußmarsch unser Ziel. Es herrscht ziemliche Hitze, kleine Schweißrinnsale bahnen sich einen Weg unsere Rücken runter ...gefühlt oder wirklich sind es 40 Grad. Aber Wahnsinn, der Weg hat sich gelohnt, die gigantische Statue taucht vor uns auf. Ein Muss für jeden Wolgogradbesucher.

Am Mamajewhügel liegt sie, diese Gedenkstätte zur Schlacht um Stalingrad. Die Statue trägt ein 33 m langes Schwert, wiegt 7900t und ist 85 m hoch, erbaut 1967, ist sie eine der grüßten Statuen der Welt. Gigantisch ist sie auch schon von Weitem, aber noch viel gigantischer, wenn man unter ihrem Riesenfuß steht und ganz langsam nach oben blickt!

Drum herum wird dargestellt, wie heroisch die große Sowjetarmee die Faschisten besiegt hat. Am Fuße liegt auch das neue Fußballstadion.

Es ist 12.00 Uhr und wir können sogar einer Wachablösung beiwohnen...Eine Parade im Stechschritt...Wow! Es ist faszinierend, die Soldaten zu beobachte, wie sie, keine, absolut keine Mine verziehen.

Nach reichlichem Bestaunen lassen wir uns von einem Taxi zum Kriegsmuseum bringen!... Wahnsinn! Noch mehr Geschichte, wir können kaum alles fassen...! Wir sind platt!

Das Restaurant vom Hotel, ein Kleinod unter Bäumen, da können wir das Gesehene verarbeiten. Die Kellner Dascha und Vlad sind megafreundlich und immer bemüht, ein wenig Englisch zu sprechen!

 

Morgen dann wollen wir wieder aufbrechen und wolgaabwärts Richtung Delta und Astrachan fahren!


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Kommentare: 1
  • #1

    Günter Maienschein (Sonntag, 21 März 2021 23:56)

    Ich bewundere immer wieder eure tollen Touren durch Osteuropa.,besonders eure Russland-Tour,einfach super.Ich war schon viele mal in Russland,Krim,Schotschi,ST-Petersburg,Moskau.Meine Freundin wohnt in Bryansk ca 450km südwestlich von Moskau.Wenn das endlich mit Corona vorbei ist,möchte ich sehr gerne mal mit meiner BMW K100 eine Tour am schwarzen Meer unternehmen.



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