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Ukraine/ Iwano-Frankiwsk, Karpaten, Cernowitz


Ukrainische Karpaten und ein fantastisches Wiedersehen!


Wir haben gestern das Mietauto gegen unsere Motorräder getauscht und sind seit heute wieder unterwegs. Probleme mit den Navis... wenn das so weitergeht... sie streiken beim Programmieren bei den wahnsinnig vielen unterschiedlichen Schreibweisen der Städtenamen... Winnyzia, Vinnitia, Winnyzja... Cernowtz, Czernowici,Tschernowitzi...

Unsere heutige Etappe: 350 km von Invano Frankiwsk nach Winnyzja (mitten in der Ukraine). Das Wetter sowie die Straßenverhältnisse haben allerdings so Einiges an uns abverlangt. Hatten wir die letzten Tage viel Regen, schwitzten wir heute in unseren Motorradklamotten bei über 30 Grad. Und von den 350 km waren mindestens 300 km in einem sehr schlechten Zustand. Bandscheibenvorfälle garantiert! Wir hatten nicht nur mit extrem tiefen Schlaglöchern zutun sondern auch mit hohen Bodenwellen und blöden Spurrillen. Keine Zeit für die schöne Landschaft, volle Konzentration auf die Straße!

Aber wir wollen nicht meckern, unser Etappenziel ist erreicht, ein schönes Hotel außerhalb der Stadt, ein Feierabendbier, leckeres Essen und alles ist gut. Für Sightseeing haben wir leider weder Zeit noch Muße. Nur eins ist uns aufgefallen: Diese Region scheint sehr pilzreich zu sein, überall am Straßenrand werden sie verkauft, vor Allem riesige Steinpilze.

Dafür liegen unvergesslich schöne Tage mit unseren Jungs, unserem Freund Christian und vor Allem unserem lieben Vovo und seiner Familie hinter uns. Am Freitag kamen Robert, Johannes und Christian per Flieger in Ivano Frankiwsk an, etwas gestresst (den Inlandsflug in Kiew fast verpasst). Am nächsten Tag ging es gleich mit dem Auto nach Debeslavzi, dem Treffpunkt bei Vovos Eltern. Was für ein Wiedersehen, Vovo, Lesia, seine Frau und Maksym, sein 1 jähriger Sohn, seine Mutter, sein Vater, Luba, seine Schwester, Ivan, sein Schwager!

Eine unvorstellbare Gastfreundlichkeit, die man nicht in Worte fassen kann, schwappte uns wieder entgegen. Vovos Mama und Luba hatten - keine Ahnung wie lange - unzählige regionale Köstlichkeiten für uns vorbereitet von Bortsch über Vareniki (gefüllte Teigtaschen), Huhn in Aspik, Pilzmaisomelett etc. etc,  dazu Apfelsaft aus getrockneten Äpfeln und... selbstgebranntem Vodka vom Papa, der nicht fehlen durfte... Nachtisch Schmalzgebäck, Kirschtaschen... wir waren mehr als pappe satt...

Dann wurde der Lada von Vovos Neffen Ivan voll gepackt... Grillsachen (Hilfe! Schon wieder essen ;-)). Windeln, Buggy und eine Riesenmelone passten auch noch rein. Dann ging es los Richtung Karpaten, ca. 2 Stunden Fahrt. Vovo hatte ein schönes, großes Holzhaus für uns alle gemietet, mit Blick auf den Hoverla, den mit knapp über 2000 m höchsten Berg der ukrainischen Karpaten. Grill an, Bier, Vodka und ein wunderschöner Abend war uns sicher.

Am nächsten Morgen ging es nach Bukovel, einem Erholungs- und Touristenort, wo wir den Tag verbrachten, bevor es zurück nach dem uns bekannten Kolomea ging, einem Kleinstädchen zwischen Ivano Frankiwsk und Debeslavzi. Das hiesige Ostereiermuseum hatte schon zu.

Unser Treffpunkt mit Vovo am nächsten Tag war Czernowitz. Leider sehr verregnet. Czernowitz, die Stadt der Bukovina, in der Vovo studiert hat. Sehr sympatisch, diese Multikulti Stadt mit einer eindrucksvollen Universität, einem Rathaus mit einem echten Trompeter statt Glockenspiel und einem Theater, das genauso aussieht wie ein Bau in Erfurt. Gerne hätten wir diese Stadt intensiver angeschaut.

Zu schnell ging die Zeit vorbei. Vor Allem Vovo vielen Dank, auch Lesia, Mama, Papa, Luba und Ivan für diese wunderschöne, gemeinsame Zeit, für uns alle unvergesslich!

Robert, Johannes und Christian  haben wir heute Morgen ganz Früh verabschiedet.

Für uns alle eine Zeit, die wir ganz sicher nicht vergessen werden.

Noch 2 Tage Ukraine bevor es nach Russland geht!

 

P.s.: Ein Wunder, dass ich noch in meine Motorradklamotten passe bei der vielen Futterei!


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