Das wäre unsere große Reise 2020 gewesen!... Wenn uns ein Virus nicht ausgebremst hätte!


Noch im Februar saßen wir voller Vorfreude vor unserer Reiseplanung 2020. Viele Ideen hatten wir und fügten sie schließlich zu einer großen Reise zusammen. Bert tüftelte nahezu den ganzen Winter an einer optimalen Route und heraus kamen gut 12000km in gut 7 Wochen!

Inspiriert von unseren Reisen der letzten beiden Jahre, wollten wir wieder Richtung Osten aufbrechen, um teils neue Regionen kennen zu lernen und bereits Bekannte intensiver zu erleben.

Erstes Highlight sollte die ukrainische Hauptstadt  Kiew sein mit einem Ausflug in das  Katastrophengebiet des 1986 verunfallten Atomkraftwerks von Tschernobyl. Mittlerweile gibt es eine Menge Anbieter von Touren in dieses Gebiet. Nicht zuletzt ist Tschernobyl auch für junge Leute durch die gleichnamige  HBO-Serie bekannt geworden und so ein Grund, diese  Stätte zu besuchen. Unserer Recherche zufolge ist sie mittlerweile ein Tummelplatz für Touristen geworden, also sollte man sich eigentlich schleunigst beeilen. Ob man das nun Katastrophentourismus nennt, sei an dieser Stelle dahin gestellt und bedarf vielleicht einer Diskussion nach einem tatsächlicher Besichtigung.

Wer weiß, ob wir es in diesem Jahr überhaupt hätten besuchen können? Überdeckt von den Corona-Schlagzeilen wüten dort schon seit einiger Zeit verheerende Waldbrände. Die Rauchschwaden kann man sogar von Kiew aus sehen.

Bei Sumy wollten wir dann in die Russische Föderation einreisen und Großstädte wie Rostov am Don und Krasnodar kennen lernen. Meinen Geburtstag wollte ich in einer Kleinstadt mit dem lustigen Namen Kamensk-Schachtinsky "feiern"!

Und vielleicht hätten wir sogar einen Besuch auf die Krim gewagt!

Im letzten und vorletzten Jahr besuchten wir bereits einige Kaukasusregionen wie Georgien und befuhren die bekannte Russische Heerstraße mit dem einzigen russisch/georgischen Grenzübergang. Diesmal wollten wir mehr erfahren und Teilrepubliken wie Tschetschenien mit der Hauptstadt Grosny erkunden. Das ist uns noch von schrecklicher Erinnerung. Die beiden Teschetschenienkriege liegen  noch nicht all zu lange zurück und Grosny war dem Erdboden gleich gemacht. Heute soll es dort wieder friedlich zu gehen, monumental und aufwendig mit Putins Geldern aufgebaut sein.

Eines unserer Wünsche wäre auch, noch einmal die kleine Teilrepublik zu besuchen, die uns im letzten Jahr durch ihre besonders gastfreundlichen Menschen aufgefallen ist. In dessen Hauptstadt Machatschkala hätten wir vielleicht Timur, unsere Bekanntschaft vom letzten Jahr besucht.

Auch wären wir noch einmal gerne in das für uns so seltsam empfundene Land Aserbaidschan gefahren, um in die blubbernden Schlammvulkane vom Quobustan Nationalpark zu schauen. Deren Besuch hatten wir wir letztes Jahr gegen einen entspannten Badetag am Kaspischen Meer eingetauscht.

Sogar einen Abstecher in den Iran wollten wir wagen und  uns in der Millionenstadt Täbris dem Treiben des bekannten Basars hinzugeben.

In unsere Liste der besuchten Länder sollte sich dann auch das kulturreiche Armenien mit seinen vielen Klöstern einreihen und von der Hauptstadt Eriwan, wollten wir einen freien Blick auf den in der Türkei liegenden und über 5000 m hohen Berg Ararat haben, den Berg, wo der biblischen Überlieferung nach, Noah mit seiner Arche gelandet sein soll.

Und schließlich wollten wir über Georgien in die Türkei, denn die türkisch/armenische Grenze ist wie auch die aserbaischanisch/armenische Grenze schon seit Jahren durch politische Konflikte wie z.B. dem Bergkarabachkonflikt, geschlossen.

Unser letztes Highlight sollte das in Zentralanatolien gelegene Kappadokien mit seinen einzigartigen Felsformationen und Höhlenarchitektur sein. Das Schauspiel von unzähligen, aufsteigenden Heißluftballons wollten wir uns nicht entgehen lassen. Schon allein Fotos davon haben uns fasziniert. Und dann, wie kann es anders sein, über Teile des Balkans wollten wir uns wieder nordwärts Richtung Zuhause begeben.

 

Tja, all das hätten wir erleben wollen! Ende Juni sollte es los gehen...

Und dann kommt so ein Virus daher, überfällt die ganze Welt und macht uns einen Strich durch die Rechnung!

 

Aktuell bestehen die Warnungen des auswärtigen Amts bis zum 14.06.

Alle Grenzen sind noch dicht, man kommt sowieso nicht von einem Land ins andere, egal ob zu Luft, Wasser oder wie wir zu Land. 

Dass sich die Lage in naher Zukunft ändern wird, das bezweifeln wir, herausfordern wollen wir sowieso nichts und so gehen wir davon aus, dass wir dieses Abenteuer, zumindest nicht in diesem Jahr, antreten werden.

Aber vorsichtig optimistisch trauen wir uns in die Zukunft zu schauen und wagen ein Blick Richtung Spätsommer. Wenn nicht eine so große Reise, dann vielleicht in nahe Länder Osteuropas? Balkan? Das kleine Bosnien-Herzegowina hatte uns doch so gut gefallen und in Nordmazedonien und Albanien waren wir auch noch nicht! Griechenland? ...

Oh, da packt uns doch gleich wieder das Fernweh und wir ertappen uns, wie wir erwartungsvoll auf die Googlmaps-Karte starren!

 

Und während ich das hier so schreibe, überschlagen sich bei uns in Niedersachsen die Meldungen über Corona-Lockerungen... Das hört sich recht gut an und lässt uns hoffen...

 

Aber das Wichtigste vor Allem ist, dass wir gesund bleiben!

 

Bleibt auch ihr gesund!

 

Sabine und Bert